
K24no-Go
Gegen den Bau der K24n Nord

Bürgerinitiative zum Erhalt des Lebensraumes Kümperweg
Der Kreis Steinfurt plant das Neubau-Projekt K24n Nord im Ortsteil Ibbenbüren-Laggenbeck.
Der geplante Straßenabschnitt soll eine Verbindung zwischen der K 19,
Alstedder Straße, und der L 501, Osnabrücker Straße, herstellen.
Die K 24n Nord soll die nördliche Fortführung der K 24 Süd (Steinbrinkheide), die über den Kreisverkehr (KV) Fuggerstraße und in südlicher Verlängerung mit der L 594 an die BAB 30, Anschlussstelle Laggenbeck, anschließt, bilden.
Die Vorher/Nachher Bilder zeigen eine mögliche Darstellung der Situation nach erfolgtem Ausbau.
WARUM WIR
DAS PROJEKT ABLEHNEN?
Das Projekt ignoriert fundamentale ökologische, soziale und wirtschaftliche Bedenken. Die Konsequenzen wären irreversibel.


01
Zerstörung
der reizvollen, ökologisch wertvollen, abwechslungsreichen Landschaft, Naturraum für Flora und Fauna.
des „grünen Bandes“ vom Habichtswald zum heiligen Meer.
des historischen Weges Schleppbahn und des Wanderweges A7.
02
Lärm, Gefahr, Schadstoffe
Lärmbelastung durch den Bau und Betrieb der Straße an den dicht anliegenden Siedlungsgebieten.
Starke Gefährdung durch Verkehr mit Geschwindigkeit von 70 km/h.
Schadstoffbelastung durch den Betrieb der Straße.
03
Eingriffe & Folgeschäden
Massive Rodungsmaßnahmen.
Zu erwartende Notwendigkeit von späterer Bodenverfüllung
(siehe Talstraße).
Entfernung eines bewohnten alten Bruchsteinhauses.
04
Kosten & Nutzen
Verschwendung von Steuergeldern (von mindestens 20 Mio. Euro).
Der Schaden durch die Straße überwiegt den Nutzen der Straße stark. Es entstehen nur im geringen Maße neue Arbeitsplätze auf der Konversionsfläche.
WAS WIR STATTDESSEN VORSCHLAGEN?
Einsatz von Fördergeldern zur Erneuerung des Kümperweges als Fahrradstraße (befahrbar für Anlieger).
(zzgl. Sanierung des Mischwasserkanals).

Durch diese Straßenbaumaßnahme würde ein sehr reizvolles Stück Landschaft, das sogar als UNESCO-Geopark ausgewiesen ist, zerstört. Außerdem hätte es unzumutbare Auswirkungen auf die Gesundheit und die Wohnsituation der Anwohner. Es fehlt eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb die Trasse wie geplant ausgebaut werden soll.

Landschaft
Selbst nach Meinung der Planfeststellungsbehörde wird ein reizvolles Stück Landschaft zerstört. (Ziffer 11.2 UVP-Bericht).
Die Planfeststellungsbehörde hat Recht! Genauso ist es: Der Kümperweg windet sich idyllisch bis zum Fisbecker Forst bergauf durch eine wunderschöne Waldlandschaft, die sehr stark von Radfahrern und Wanderern auf ausgewiesenen Rad - und Wanderwegen (Wanderweg A7, Terra-Vita-Wanderweg) genutzt wird.
Die Straßenbaumaßnahme wird erhebliche, nicht mehr ausgleichbare Eingriffe in Natur und Landschaft nach sich ziehen.
Tiere
Der Bereich um den Kümperweg dient als Lebensraum für viele seltene Tiere.
Unterschiedliche Arten von Fledermäusen* werden regelmäßig beobachtet. Eine alte Scheune, die sich direkt an der K24n Nord befindet, und alter Buchenbestand dienen als Quartier für viele gesichtete Fledermäuse. Ferner würde der Lebensraum für viele ansässige Tierarten für immer zerstört.
*Nachgewiesene Fledermausarten: Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler,
Großes Mausohr, Rauhautfledermaus und Zwergfledermaus. Mit weiteren Arten wie z.B. dem Kleinen Abendsegler und der Wasserfledermaus ist aufgrund des reich strukturierten Gebiets mit seinem Grünland und dem alten Waldbestand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen.


Anwohner
Lärm und Abgase, die durch den Verkehr an den Kreiseln im besonderen Maße erzeugt werden, würden sich trotz vorgesehener Schallschutzmaßnahmen in die Siedlungsgebiete ausbreiten.
Zusätzlich zu Lärm und Abgasen müssten die direkten Anwohner mit Lärmschutzwänden die direkt vor ihren Häusern errichtet werden leben. Ein schönes bewohntes altes Bruchsteinhaus müsste der Straße weichen.
Vom Wertverlust der Anwesen und Grundstücke im Bereich der K24n Nord ganz zu schweigen.
Alte Obstwiese
Im großen Maßstab wird ein „grünes Band“ zerstört, das vom Habichtswald bis zum Heiligen Meer reicht und zum Terra Vita - Gebiet gehört.
Im kleinen Maßstab betrifft die Zerstörung die alte Obstwiese, die beerntet und regelmäßig auch von Ponys und Schafen besucht wird.
Diese würde nach Beginn der „Baufeldfreimachung“ nicht mehr existieren.


Historischer Weg
Schleppbahn
Zerstörung des historischen Weges Schleppbahn mit seinem idyllischen Verlauf zum Rochus.
Mit der geplanten Kreisstraße wird die Anbindung der Wohngebiete an das Landschaftsschutzgebiet zerschnitten, da eine (nach den Aussagen der Planer stark befahrene) breite Straße überquert werden muss.
Für die geplante Querung muss, vom Nibelungenberg her ein Umweg in Kauf genommen werden. Falls man auf diesen verzichtet, setzt man sich einer starken Gefährdung durch den Verkehr aus, da hier eine Geschwindigkeit von 70 km/h erlaubt sein soll.
Bodenerkundungen haben ergeben, dass Verfüllungen notwendig sein werden. In welchem Ausmaß diese erforderlich sind, wird erst mit Bohrungen zu Beginn der Baumaßnahme geprüft. Die Folgen für den Umfang der Stabilisierungsmaßnahmen und damit verbundenen Kosten, der Umweltschäden und der Dauer der Baumaßnahme kann also bis zum Baubeginn nicht beziffert werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Straßenbau beschlossen und im schlimmsten Fall die Landschaft schon zerstört.


Verkehrsströme
Anfang der 90er Jahre begann die Planung der K24n Nord mit dem Hintergrund, der RAG einen direkten Anschluss an die BAB 30 zur Verfügung zu stellen. Mit der Schließung der RAG im Jahre 2018 ist dieses Vorhaben nicht mehr haltbar, da massive Verkehrsströme (Individual - und Schwerlastverkehr) wie bisher vom Standort der RAG nicht mehr zu erwarten sind. Pläne für eine konkrete Nachnutzung bestehen: Ansiedlung von Amprion, Batteriespeicherzentrum und Geberit die allerdings wenige Arbeitsplätze mit sich bringen.
Keine Entlastung der L796 Mettinger Straße
Eine deutliche Entlastung der L796 im Bereich der Ortsdurchfahrt Laggenbeck ist durch den Bau der K24n Nord nicht mehr zu erwarten. Der durch Laggenbeck fließende Verkehr verteilt sich im Bereich der Einmündung in die K19 direkt über die L796 nach Mettingen oder über die K19 nach Ibbenbüren. Selbst wenn die K24n Nord als dritte Verbindungsstraße zur L501 (Osnabrücker Straße) gebaut werden würde, werden die Verkehrszahlen im Ortskern Laggenbeck nahezu unverändert bleiben. Das zeigt auch die von der Ingenieurplanung Wallenhorst erstellte Verkehrsuntersuchung K24n Nord.
Finanzierung
Die Finanzierbarkeit des Straßenausbaus durch Kreis und Kommune ist nicht sichergestellt. Der Bund hat sich Ende 2019 endgültig aus der Finanzierung der kommunalen Straßenförderung zurückgezogen. Die geplante Weiterführung K24n Nord zur L501 (Osnabrücker Straße) auf die Ibbenbürener Schafbergplatte sollte schon 2014 mindestens 6,5 Millionen Euro kosten (Bericht der WN vom 21.11.2014 „Gutachten weckt Zweifel.“) Im Erläuterungsbericht vom 3. November 2017 wird bereits von 9 Millionen Euro ausgegangen. Der letzte Stand (Oktober 2021, zweite Offenlegung der Planunterlagen) beziffert die Kosten auf 14 Millionen Euro. Davon sind allein mindestens 3,2 Millionen für die Verfüllung des Trassenuntergrundes notwendig. Die aktuelle Inflation findet hier noch keine Berücksichtigung sowie weitere weltmarktbedingte Kostensteigerungen.











